In diesem Beitrag stelle ich kurz einige Empfehlungen zusammen, welche Fette wofür verwendet werden sollten. Warum, das möchte ich gerne in einem separaten Text versuchen zu erklären.
Zum Heißmachen: Backen, Braten, Kochen
Verwenden Sie hierzu möglichst nur gesättigte Fettsäuren, diese sind hitzebeständig und mutieren nicht zu toxischen Transfetten.
- Natives Bio Kokosöl (auch vco = virgin coconut oil genannt)
- Desodoriertes bio Koksöl, auch „mild gedämpft“. Für Leute die den Geruch von Kokosöl nicht mögen.
- Ghee
- Butterschmalz. Ist das nicht das gleiche wie Ghee? Von der Zusammensetzung ist es es wohl auch 100% Butterfett, aber Ghee wird aus echter Butter hergestellt, bei Butterschmalz bin ich mir nicht sicher, lerne aber gerne dazu.
- Butter
Olivenöl nach dem Kochen für den Geschmack dazugeben, aber nicht mitkochen oder -braten. Olivenöl verliert bei ca 90°C den Geschmack, schade drum. Wenn es richtig heiß wird, geht auch das teure Olivenöl „kaputt“.
Die Reihenfolge ist nicht zufällig gewählt. Das Beste steht oben.
Kalt, für Salate
Verwenden Sie hier Öle, die möglichst viel Omega 3 Fettsäuren und möglichst wenig Omega 6 Fettsäuren enthalten. Olivenöl hat hauptsächlich Ölsäure, eine Omega 9 Fettsäure. Olivenöl ist in dieser Hinsicht also eher neutral einzustufen.
- Leinöl ca 50% Omega 3, wird aber leider sehr leicht ranzig und ist dann nicht mehr genießbar. Alternativ frisch geschrotete Leinsamen verwenden. Alternative: Leindotteröl, heisst ähnlich, hat fast die gleiche Fettsäurenzusammensetzung, ist aber eine ganz andere Pflanze.
- Neu: Leindotteröl – aus einer komplett anderen Pflanze als Leinöl – hat ähnlich viel Omega 3 (Alpha-Linolensäure) wie Leinöl, ist aber besser haltbar.
- Chia Öl
- Ancha Inchi Öl: über 50% Omega 3
- Hanföl ca 25% Omega 3, ca 75% Omega 6. Enthält aber auch Dihomogammalinolensäure: Omega 6, aber sinnvoll.
Wenn Sie diese „Omega“ Öle erhitzen, gehen sie kaputt, d.h. es entstehen Transfette. Und die wollen Sie nicht mal Ihrem ärgsten Feind geben, geschweige denn Ihrer Familie. Am besten kaufen Sie die Öle in kleinen Flaschen und bewahren sie in der Gefriertruhe auf. Nach dem Öffnen dann bitte im Kühlschrank aufbewahren.
Frittieren mit Sonnenblumenöl?
Fast alle Chips sind mit Sonnenblumenöl frittiert. Auch die leckeren Gemüsechips vom Bioladen. Wenn Sie andere finden, freue ich mich auf einen Hinweis. Ich habe übrigens in den USA tatsächlich ein paar sündhaft teure Kartoffelchips gefunden, die mit Kokosöl frittiert waren. Es ginge also schon, wenn man nur wollte …
Aber was wird in Deutschland verwendet? Das Omega 6 reiche Sonnenblumenöl. Omega 6 ist ohne hin „schlecht“, weil fast alle Menschen viel zuviel davon haben und ausserden geht es beim Frittieren kaputt, weil „ungesättigt“. Ob das evtl. daran liegt, dass Sonnenblumenöl nach Palmöl das billigste Öl ist, das man so kaufen kann?
Update 2025: in den USA sind Transfette (teilweise gehärtete Fette) seit Jahrzehnten kennzeichnungspflichtig und seit einigen Jahren verboten. Meine Begeisterung darüber war gross – bis mir auffiel, dass die teilweise gehärteten Fette nunmehr durch vollständig gehärtete ersetzt wurden. Diese entsprechen langkettigen gesättigten Fetten. Damit wurde nun leider der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben …. und kaum jemandem ist es aufgefallen. Mehr zu Fetten erzählen ich Ihnen gerne in der Osteopathie-Praxis in Konstanz am Stephansplatz. Aber Achtung: ich werde einiges in Frage stellen.